Tickets selber machen – was damit wirklich gemeint ist
Wer nach „Tickets selber machen“ sucht, denkt selten an ein professionelles Ticketsystem.
Gemeint sind meist selbst erstellte Lösungen: Word-Dokumente, Canva-Vorlagen, ausgedruckte Karten, Nummern per Hand oder Stempel am Eingang.
Gerade Vereine, Feuerwehren und kleine Veranstalter machen das aus gutem Grund so:
Es ist vertraut, günstig und fühlt sich nach Kontrolle an.
Doch im digitalen Zeitalter bedeutet „selber machen“ etwas anderes:
Den Prozess im Griff haben – nicht jedes Detail selbst basteln.
Die größte Falle beim DIY-Ticketing: Fokus auf das Sichtbare
Die meisten DIY-Ticket-Lösungen investieren Zeit dort, wo sie am wenigsten bringt:
im Design.
Schriften, Farben, Logos, Rahmen – all das fühlt sich nach Arbeit an.
Am Einlass jedoch zählt davon fast nichts.
Denn wenn dein Event startet, gibt es nur noch eine einzige Kennzahl, die wirklich relevant ist:
Die 3-Sekunden-Regel am Einlass
Stell dir folgende Situation vor:
- Samstagabend, 19:00 Uhr
- 200 Gäste warten vor dem Eingang
- Zwei Helfer am Einlass
- Musik läuft bereits drinnen
Jetzt zählt nur noch eines: Tempo bei gleichbleibender Sicherheit.
Wenn jedes Ticket anders aussieht, passiert Folgendes:
- Das Personal sucht jedes Mal neu nach dem QR-Code oder der Nummer
- Ticketarten müssen gelesen statt erkannt werden
- Unsicherheit führt zu Rückfragen
Was pro Gast nur 5 Sekunden kostet, summiert sich bei 200 Gästen auf über 15 Minuten zusätzliche Wartezeit.
Standardisierung ist deshalb kein Selbstzweck – sie ist ein Geschwindigkeitsfaktor.
Warum Standardisierung dein Einlass-Team entlastet
Das menschliche Gehirn arbeitet mit Mustern.
Je gleicher Tickets aufgebaut sind, desto schneller funktioniert der Ablauf:
- QR-Code immer an derselben Stelle
- Infos immer gleich strukturiert
- Ticketarten sofort erkennbar
Ein Blick. Ein Scan. Ein Nicken. Weiter.
Individualität mag im Marketing wichtig sein –
am Einlass ist sie kontraproduktiv.
Papier-Tickets: verständlich, aber fehleranfällig
Viele DIY-Lösungen basieren auf Papier. Das ist nachvollziehbar – aber riskant.
Typische Probleme:
- Tickets werden vergessen oder beschädigt
- Kopien sind nicht erkennbar
- Es gibt keinen Überblick über eingelassene Gäste
- Manuelle Listen sind fehleranfällig
Papier kennt nur zwei Zustände: da oder nicht da.
Ein modernes Event braucht aber mehr: Status, Kontrolle, Nachvollziehbarkeit.
Tickets selber machen heißt heute: ein System nutzen
Wenn du Tickets selber machen willst, solltest du dir nicht die Design-, sondern die Systemfrage stellen.
Ein zeitgemäßes Eintrittskarten-System muss mindestens drei Dinge leisten:
1. Eindeutigkeit
Jedes Ticket ist ein Unikat.
Beim Scan wird geprüft, ob es gültig ist – und danach als genutzt markiert.
Ein zweiter Scan? Wird automatisch abgelehnt.
2. Geschwindigkeit
Scannen statt Prüfen.
Keine Diskussionen, kein Zählen, kein Abreißen.
3. Ausfallsicherheit
Was passiert, wenn:
- das WLAN in der Halle ausfällt?
- der Handyempfang schlecht ist?
Ein gutes System ist darauf vorbereitet – z. B. durch lokale Scan-Listen und spätere Synchronisation.
Warum „fixes Layout“ kein Nachteil ist
Viele Veranstalter glauben, ein fixes Ticket-Layout sei eine Einschränkung.
In Wahrheit ist es ein Qualitätsmerkmal.
Ein standardisiertes Layout bedeutet:
- optimale QR-Code-Position für Smartphone-Kameras
- keine versehentlich abgeschnittenen Ränder
- klare Trennung zwischen Information und Gestaltung
Das Ergebnis wirkt nicht lieblos – sondern professionell und souverän.
Mein Rat aus Entwickler- und Veranstaltersicht
Automatisiere das, was niemand sehen muss.
Standardisiere das, was unter Stress funktionieren soll.
Dein Ticket verschwindet nach drei Sekunden in der Hosentasche.
Dein Event bleibt im Kopf.
Fazit: Vom Bastler zum Organisator
Tickets selber machen heißt heute nicht mehr:
„Ich gestalte alles selbst.“
Sondern:
„Ich habe den Prozess im Griff.“
Standardisierung am Einlass sorgt für:
- kürzere Wartezeiten
- weniger Stress
- mehr Professionalität
Deine Gäste danken es dir nicht für das Design –
sondern dafür, dass sie schnell drin sind.
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